Mittwoch, 26 Januar, 2022

Replik auf NZZ-Artikel von Lucien Scherrer vom 26.11.2021

Obwohl die Verbandsvertreter der FIDS und der VIOZ vom Autoren gerne als vermeintliche Umstürzler hingestellt werden, die sich nur ungern mit den demokratischen Werten und dem Rechtssystem in der Schweiz arrangieren können und zeitgleich ein Schauspiel betreiben um ihre eigentliche, radikale Gesinnung hinter schwammigen Bekenntnissen zu verbergen, würden wir gerne einige Punkte anmerken – zumindest für die Akten. Für etwaige faire Gespräche scheint sich kaum jemand aus der Redaktion der NZZ zu interessieren, weshalb die Zeitung dieses Mal gar nicht erst angefragt wurde.

Die FIDS und die VIOZ bekennen sich ganz klar zur Schweizer Rechtsordnung und den demokratischen Werten in der Schweiz. Unser gesamtes religiöses, soziales und gesellschaftliches Engagement bewegt sich unumstösslich innerhalb des rechtsstaatlichen, demokratischen und liberalen Rahmens der schweizerischen Gesellschaft. Ein Bedürfnis oder Bestreben diesen Rahmen zu verlassen gibt es nicht, da genau eine derartige «Betätigung» in eine ausweglose Sackgasse führen würde.

Wir lassen uns nicht vereinnahmen von Begriffen wie «Politischer Islam», «Muslimbruderschaft» oder auch der neuen Wortschöpfung des «Legalistischen Islamismus». Wenn diese Begriffe durch jeweilige «Ankläger» gedeutet werden, welche die unscharfen und grauen Grenzen ihrer Umschreibungen immer wieder neu justieren, um den Kreis der «Angeklagten» je nach Bedarf opportun auszuweiten oder einzuschränken, macht es keinen Sinn über diese Floskeln zu diskutieren.

Die Aussagen der FIDS und der VIOZ wurden vom Artikel zurückgezogen, weil die Antworten durch die Autorschaft mit tendenziösen Unterstellungen vermischt wurden. Der Artikel ist voller Assoziationsketten und Kontaktschuldvorwürfe, die eine diffuse «muslimische Gefahr» suggerieren sollen, welche vermeintlich von muslimischen Organisationen und Verbänden in der Schweiz ausgehen soll. Der eigentliche Erkenntnisgewinn zum Thema religiös motivierter Radikalisierung hält sich bei der Lektüre des Artikels allerdings sehr in Grenzen und nach einer vorurteilsbereinigten Lesart bleibt nicht mehr viel Interessantes übrig.

Bis zum Schluss bleiben auf langen Strecken des Artikels die Zusammenhänge der Ausführungen schleierhaft, wie etwa beim besonders speziellen Beispiel der 81-Kilometer-Kamel-Fatwa.

Wir möchten hier deshalb erneut und unmissverständlich festhalten, dass wir nichts von Gewaltideologien, körperlicher Züchtigung und Todesstrafen, Zwang, ausländischer Einflussnahme und Antisemitismus halten. Ebenso wenig halten wir von plumpen Anschuldigungen, die lediglich spaltend auf unsere Gesellschaft wirken und Konflikte schüren.

Die FIDS und die VIOZ stehen nach wie vor für den gesellschaftlichen Frieden, den interreligiösen Dialog und den positiven Beitrag jedes Einzelnen zum Wohle aller ein.

05. Dez. 2021

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