FIDS Stellungnahme 23.04.2019: Fassungslosigkeit über die grausamen Terrorattacken in Sri Lanka/ Prise de position de la FOIS 23.04.2019: Incrédulité vis-à-vis des horribles attaques terroristes au Sri Lanka

Mit tiefer Trauer und Bestürzung haben wir von den terroristischen Attentaten in Sri Lanka auf Kirchen und Hotels erfahren, welche die ganze Welt während einer so besinnlichen Zeit erschüttert haben. Wieder einmal wurden Menschen innert so kurzer Zeit Zielscheibe von Hass und Grausamkeit.

Diese durch Gefühllosigkeit, Unverstand und Feigheit beherrschte Tat, die Menschen bei der Ausübung ihrer Gebete trifft, kann durch keine Religion begründet werden. Wir verurteilen diese Attentate aufs Schärfste.

Unser aufrichtiges Beileid geht an die Familienangehörigen der unschuldigen Opfer, unseren betroffenen Mitbürgern und deren Angehörigen. Den Verletzten wünschen wir eine schnelle Genesung und viel Kraft während dieser hochtraumatischen Zeit. Auch der katholischen und evangelischen Kirche in der Schweiz möchten wir hiermit unser tief empfundenes Beileid aussprechen.

FIDS Media

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Prise de position de la FOIS 23.04.2019

Incrédulité vis-à-vis des horribles attaques terroristes au Sri Lanka

C’est avec consternation et une profonde tristesse que nous avons découvert la nouvelle des attentats terroristes sur des églises et hôtels au Sri Lanka, qui ont ébranlé le monde entier durant une telle période de recueillement. Une fois encore des êtres humains ont été en si peu de temps la cible de la haine et de la cruauté.

Cet acte mû par l’insensibilité, la folie et la lâcheté, qui atteint des personnes durant la pratique de leurs prières, ne peut être justifié par aucune religion. Nous condamnons sévèrement ces attentats.

Nos sincères condoléances vont aux membres des familles des victimes innocentes, nos compatriotes touchés et leurs proches. Nous souhaitons aux blessés un prompt rétablissement et beaucoup de force durant cette période hautement traumatique. Nous aimerions par la présente exprimer également à l’Eglise catholique de Suisse notre sympathie la plus profonde.

FOIS Media

 

 

FIDS Mitteilung zum Brand an Notre Dame

Wenn ein Feuer ein so grosses religiöses und kulturelles Wahrzeichen einer Stadt wie Paris zerstört, geht zwangsläufig auch eine mehrere jahrhundertealte Geschichte verloren. Dazu kommt ein grosser Schmerz über den unersetzlich hohen immateriellen Wert dieses Wahrzeichens.    

Die FIDS spricht allen katholischen Glaubensangehörigen und der ganzen französischen Bevölkerung ihr Bedauern über dieses unsägliche Feuer aus und hofft, dass mit der Erneuerung schon bald wieder begonnen werden kann. 

FIDS Media, media@fids.ch

FIDS Stellungnahme 15.03.2019: Gemeinsam gegen Extremisten – Terror kennt keine Religion / FOIS – Prise de position du 15.03.2019 Ensemble contre l’extrémisme – La terreur ne reconnaît aucune religion

Der hinterhältige Angriff von rechtsextremen Terroristen auf betende Muslime in 2 Moscheen in Christchurch, Neuseeland erschüttert uns alle zutiefst. Grausame Verbrechen dieser Art stürzen ganze Familien und Gemeinschaften in ausweglose und hochtragische Situationen.  Wir beten für die Opfer und wünschen deren Hinterbliebenen viel Kraft und Ausdauer in dieser schwierigen Zeit.  Die tief empfundene Trauer ist immer die Gleiche, gleich welcher Religion, Rasse oder Kultur die Opfer angehören. 

Muslime in der Schweiz sind von diesem Angriff schockiert. Regelmässige Polemiken gegen Minderheiten gefährden den sozialen und religiösen Frieden.

Wir rufen alle Menschen dazu auf, sich gegenseitig als Mensch zu respektieren und mit Würde zu behandeln. Extremismus kann nur gemeinsam und in stetigem Dialog bekämpft werden. Alles andere führt zu noch mehr Hass und noch mehr tief traurigen Familienschicksalen.

Wir schätzen die Botschaften der Nationalratspräsidentin, des Ständeratspräsidenten, des Präsidenten des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds und allen anderen Vertretern  der Gesellschaft,  die sich gegenüber der FIDS  klar zum Vorfall geäussert haben.

FIDS-Media

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FOIS – Prise de position du 15.03.2019

Ensemble contre l’extrémisme – La terreur ne reconnaît aucune religion

L’attaque perfide de terroristes d’extrême-droite contre des musulmans en prière dans deux mosquées à Christchurch en Nouvelle-Zélande nous secoue tous profondément. Un crime horrible de cette nature plonge des familles et des communautés dans des situations tragiques. Nous prions pour les victimes et souhaitons aux survivants beaucoup de force et de courage dans ces moments difficiles. La tristesse ressentie au plus profond de nous-même est toujours la même, quelles que soit la religion, la race ou la culture auxquelles appartiennent les victimes.

Des musulmans de Suisse sont choqués par cette agression meurtrière. Les polémiques périodiques contre des minorités particulières compromettent la paix sociale et religieuse. Nous appelons à un respect mutuel entre les différents individus de la société. L’extrémisme ne peut être combattu qu’ensemble et avec un dialogue constant. Les polémiques partisanes ne conduisent qu’à plus de division et de haine, et parfois à des destins tragiques.

Nous sommes reconnaissants pour les messages contre la haine et la violence envers les religions, qui ont été communiqués par la présidente du Conseil national, par le président du Conseil des Etats, par le président de la communauté israélite de Suisse et les autres représentants de la société qui se sont clairement exprimés à l’occasion de cet événement tragique.

FOIS-media

Neuigkeiten von der letzten FIDS Generalversammlung am 03. März 2019

Die jährliche Generalversammlung der FIDS wurde am 03. März 2019 unter Teilnahme der Delegierten der angeschlossenen Dachverbände in Olten abgehalten. Dr. Montassar Benmrad wurde einstimmig für eine zweite Amtszeit als Präsident gewählt.

Die Dachverbände brachten an der GV zum Ausdruck, dass die positive Entwicklung und die engagierte Arbeit des Vorstandes während der letzten 4 Jahre sehr geschätzt wird. Zudem wurde die Notwendigkeit betont, das Engagement für die Gesellschaft kontinuierlich weiterzuführen. Sowohl ein verstärkter Dialog mit den Behörden und der Zivilgesellschaft, als auch mit anderen Religionsgemeinschaften helfen den Frieden weiter zu fördern. Dabei ist ein stetes Engagement gegen Diskriminierung und Antisemitismus unerlässlich. Auch Aktionen gegen Radikalisierung und Extremismus müssen weiterhin gefördert werden.

Der wiedergewählte Präsident hat im Anschluss eine neue Vorstandsliste mit mehr Frauen zur Abstimmung gebracht. Dieser Vorschlag wurde von den Dachverbänden einstimmig unterstützt und der neue Vorstand wurde eingesetzt. Zudem hat sich jeder Dachverband bereit erklärt, die erfolgreiche Arbeit der FIDS und seines Vorstandes durch mehr Unterstützung noch stärker zu voranzubringen.

Wir haben uns gefreut, dass wir dieses Jahr den Präsidenten des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds SIG, Herrn Dr. Herbert Winter als Gast empfangen durften. Seine aufrichtige Rede zu den muslimischen Delegierten und die anschliessend aufklärenden Antworten in der Fragerunde haben viel Positives zum bereits guten und gegenseitigen Dialog beigetragen.

FIDS Media Team

Stellungnahme der FIDS: Wem gehört der Ausdruck “Allahu Akbar“?

 

 

Missverständnisse sind die Ursache für so manche Auseinandersetzung. Ein Wort kann je nach Zusammenhang Frieden stiften oder einen Streit entfachen. Die Absicht wie ein Wort ausgesprochen wird und wie es beim Gegenüber ankommt ist daher äusserst wichtig.

Heute wurde der Begriff “Allahu Akbar“ breit in den Medien diskutiert und interpretiert. Manche erkennen hier nichts Ungewöhnliches und wieder andere sehen den Begriff als Aufruf zu Gewalt an.

Wie verhält es sich denn nun wirklich mit diesem Ausdruck?

Allahu Akbar bedeutet wortwörtlich Gott ist der Grösste. Es findet Gebrauch im täglichen Gebet, beim Gebetsruf oder bei einem sonderbaren Ereignis. Es ist ein alltäglicher Ausdruck, welcher der Lobpreisung Gottes dient, eine spirituelle Dimension hat und in Gedichten oder traditionellen Liedern vorkommt. Der Begriff wird sogar von vielen arabischsprachigen Christen benutzt.  

Terroristen missbrauchen Menschen, Symbole und Worte um ihre  grausamen Ideologien mit Gewalt zu verkünden.  Sie versuchen unsere Freiheiten einzuschränken und uns für die Verbreitung ihrer Ziele zu täuschen. Wir lehnen dies ab und wollen nicht Teil dieser Manipulation sein, indem wir uns  auch verbal terrorisieren lassen und so deren Ziele ermöglichen. Wir müssen verhindern, dass wichtige Symbole und Worte von solchen Terroristen geraubt werden. 

Wenn nun eine Person während dem Gespräch diesen Ausdruck benutzt und anschliessend wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses gebüsst wird, findet eine Entwicklung in eine völlig falsche Richtung statt. Der Missbrauch dieses Ausdruckes durch Terroristen kann nicht dafür benutzt werden, dieses Wort aus dem alltäglichen Gebrauch streichen zu wollen. Damit fände ja genau eine Kapitulation bei der Deutung des an sich unschuldigen Begriffes statt.

Selbstverständlich sollen Muslime auch im Hinblick auf Ängste in der Bevölkerung diesen Begriff nicht laut auf öffentlichen Plätzen verkünden und sich provokativ verhalten. Dies gilt es zu unterlassen.  Die Gesellschaft als Ganzes soll aber auch nicht zulassen, dass ein alltäglich gebrauchter und gewöhnlicher Begriff von Terroristen gekapert wird und der Ausdruck auf eine Liste verbotener Wörter kommt.

Unabhängig der aktuellen Sachlage rufen wir alle Beteiligten dazu auf, ein gesundes Augenmass walten zu lassen und im Zweifelsfall einen Experten beizuziehen. Wir wollen die Polizei Schaffhausen nicht  zur Rede stellen, so wurde es in Zeitungsartikeln formuliert, sondern wir möchten das Gespräch suchen, aufklären und versuchen Ängste abzubauen. Hier bieten wir bei Bedarf gerne unsere Hilfe und Unterstützung an.

Das friedliche Zusammenleben aller Religionsangehörigen ist ein hohes Gut das es zu beschützen gilt. Wir rufen alle Beteiligten daher zur Ruhe auf und wünschen der ganzen Schweizer Bevölkerung  alles Gute und beste Gesundheit im neuen Jahr.

FIDS Mediateam

Regensdorf, 07. Januar 2019

MEDIENMITTEILUNG: Erklärung der Muslime und Juden in der Schweiz/ Communiqué aux médias: Déclaration commune des musulmans et juifs de Suisse

Dies ist eine gemeinsame Erklärung des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes (SIG), der Plattform der Liberalen Juden der Schweiz (PLJS) sowie der Föderation Islamischer Dachorganisationen in der Schweiz (FIDS).

Medienkontakt für Auskünfte und Interviewanfragen: media@fids.ch

La présente déclaration est une déclaration commune de la Fédération suisse des communautés israélites (FSCI), de la Plateforme des Juifs Libéraux de Suisse (PJLS) et de la Fédération d’organisations islamiques de Suisse (FOIS).

Contact pour les demandes d’informations et d’interview des médias: media@fids.ch

Die FIDS unterstützt den indirekten Gegenvorschlag des Bundesrates zur Volksinitiative “Ja zum Verhüllungsverbot“

 

 

 

Regensdorf, 01.07.2018

Die FIDS unterstützt den indirekten Gegenvorschlag des Bundesrates zur Volksinitiative “Ja zum Verhüllungsverbot“

Am 27.06.2018 hat der Bundesrat einen Entwurf zum Gesichtsverhüllungsverbot in die Vernehmlassung geschickt, welcher als indirekter Gegenvorschlag zur Volksinitiative über ein Verhüllungsverbot lanciert wurde.

Darin lehnt der Bundesrat ein solches Verbot in der Bundesverfassung ab und überlässt ein allfällig notwendiges Verbot den Kantonen. Zudem erklärt er das unverhüllte Gesicht bei Behördengängen zur Pflicht und stellt einen Zwang zur Gesichtsverhüllung unter Strafe.

Das von den Initianten ins Feld geführte Argument über die Befreiung der Frauen ist an den Haaren herbeigezogen, da es sich um ein äussert seltenes Phänomen in der Schweiz handelt. Kommt dazu, dass die sogenannte Burkainitiative die Frauen weder in ihrem freien Willen zur Kleiderwahl freistellt, noch solche Frauen beschützt, die davon betroffen wären. Vermeintlich zu schützende Frauen würden so nur weiter von der Gesellschaft isoliert.

Wenn es den Initianten tatsächlich um den Schutz und die Befreiung der Frauen in der Schweiz gehen würde, wäre primär eine Kampagne gegen häusliche Gewalt angebracht, welche auch von uns unterstütz würde. Stattdessen wird eine Scheindebatte auf dem Buckel von muslimischen Mitbürgern geführt. Die Anzahl Bussen im Kanton Tessin haben klar aufgezeigt, dass eine Burka äusserst selten angetroffen wird. Gemäss aktuellen Behördendaten werden viel eher Hooligans gebüsst, gegen welche schon in bestehenden Gesetzen eine Handhabe besteht.

Die FIDS unterstützt die Pflicht eines unverhüllten Gesichts bei Behördengängen und in sicherheitsrelevanten Situationen voll und ganz. In solchen Fällen sollten Frauen ihr Gesicht  ohne Widerrede klar zu erkennen geben.

Auch stimmt die FIDS der Forderung zu, allfällige Dritte speziell zu bestrafen, falls sie eine verwandte oder bekannte Frau zwingen sollten eine Gesichtsverhüllung zu tragen.

Die liberale Gesellschaftsordnung in der Schweiz ist ein hohes Gut und gilt für alle Mitglieder der Gesellschaft. Etwas nicht zu mögen oder als störend zu empfinden, darf in einer solchen Gesellschaft nicht als Grund für Verfassungsänderungen aus parteipolitischen Ambitionen heraus  missbraucht werden.

FIDS Media


 

PRISE DE POSITION

Regensdorf, 01.07.2018

La FOIS soutient le contre-projet indirect du Conseil fédéral à l’initiative populaire « oui à l’interdiction de se dissimuler le visage ».

Le 27.06.2018, le Conseil fédéral a soumis à la procédure de consultation un avant-projet de loi fédérale sur l’interdiction de se dissimuler le visage, lequel a été lancé en tant que contre-projet indirect à l’initiative populaire sur l’interdiction de se dissimuler le visage.

Dans celui-ci, le Conseil fédéral rejette une telle interdiction dans la Constitution et maintient la compétence des cantons pour décider d’une éventuelle nécessité d’interdire. De plus, il instaure une obligation de montrer son visage devant les autorités, et prévoit une sanction en cas de contrainte à se dissimuler le visage.

L’argument de libération des femmes amené sur le tapis par les initiants est tiré par les cheveux, étant donné qu’il s’agit d’un phénomène particulièrement rare en Suisse. S’y ajoute que l’initiative anti-burqa ne favorise pas le libre choix vestimentaire des femmes, ni ne protège celles qui seraient concernées. Les femmes supposées à protéger ne seraient de cette manière qu’un peu plus isolées de la société.

S’il s’agissait vraiment pour les initiants de la protection et la libération des femmes en Suisse, dans un premier temps une campagne contre les violences domestiques, à laquelle nous aurions apporté notre soutien, aurait été appropriée. En lieu de quoi, un pseudo-débat est mené sur le dos des citoyens musulmans. Le nombre de contraventions dans le canton du Tessin a clairement montré que la burqa n’est que très peu rencontrée. Selon les données actuelles des autorités, ce sont prioritairement des hooligans qui sont amendés, contre lesquels il existe déjà des bases légales dans les lois existantes.

La FOIS soutient pleinement l’obligation de montrer son visage lors de démarches auprès des autorités ainsi que dans les situations où la sécurité l’exige. Dans de tels cas, les femmes doivent permettre l’identification de leur visage sans discuter.

La FOIS approuve également l’exigence de sanction à l’encontre de toute personne tierce contraignant une femme de son entourage à se dissimuler le visage.

L’ordre social libéral en Suisse est un bien précieux et est valable pour tous les membres de la société. Dans une telle société, ne pas aimer quelque chose ou le percevoir comme dérangeant ne saurait être une raison pour des modifications constitutionnelles au service d’ambitions politiques.

 

FOIS Media