Rat der Religionen

Herr Dr. Maizar Hisham, Sie wurden zum neuen Vorsitzenden des Schweizer Rates der Religionen (SCR) gewählt. Herr Dr. Maizar, was sind die Ziele des Schweizer Rates der Religionen (SCR)? Maizar: Haltung und Sicherung des interreligiösen und gesellschaftlichen Friedens in der Schweiz. Die Verstärkung der Verständigung unter den Religionen in der Schweiz. Beratungsfunktion für Staat, Religionen und Gesellschaft in der Schweiz.

Weshalb beteiligt sich die FIDS am Rat der Religionen und tragt sie nutzen für die islamische Glaubensgemeinschaft und die anderen Glaubensgemeinschaften? Maizar: Die FIDS hat sich um die Mitgliedschaft im Schweizer Rat der Religionen erfolgreich bemüht, weil der Rat aus Spitzenvertretern des Christentums, Judentums und des Islams zusammengesetzt ist. Die FIDS ist die grösste Islamische Dachorganisation der Schweiz. Durch ihre aktive Mitgliedschaft im SCR hat die FIDS einen direkten Zugang zu den höchsten Instanzen auf dem Gebiet der Religionsgemeinschaften in der Schweiz erhalten. Die FIDS zusammen mit der KIOS sind die offiziellen Vertreter des Islams und seiner Interessen im SCR. Der Schweizer Rat der Religionen trifft sich periodisch auch mit Bundesräten zu Meinungsaustausch und Besprechung von wichtigen Fragen, welche den Frieden in der Schweiz betreffen. Dadurch wird der Dialog zwischen Staat, Religionen und Gesellschaft aufrecht erhalten.

Wie verläuft die Arbeit im Rat der Religionen (SCR)? Maizar: Äusserst kollegial mit Transparenz und Offenheit auf gleicher Augenhöhe. Die Beschlüsse werden im Rat im Konsens und Einstimmigkeit getroffen.

Treffen mit dem Rat der Religionen Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf, Vorsteherin des Eidg. Justiz- und Polizeidepartements (EJPD), hat am 15. Februar 2010 eine Delegation des Schweizerischen Rates der Religionen (Swiss Council of Religions „SCR“) zu einem Gespräch empfangen. Beide Seiten kamen überein, den seit 2006 zwischen Vertretern des Bundes und dem SCR gepflegten regelmässigen Meinungsaustausch fortzuführen. Der SCR-Delegation gehörten neben dem Vorsitzenden Thomas Wipf, Vertreter der drei Landeskirchen, des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes sowie der islamischen Dachorganisationen FIDS/ KIOS an. Gesprächsthema war insbesondere das Ergebnis der Minarett-Initiative vom 29. November 2009 und die sich daraus ergebenden Herausforderungen. Staat, Kirchen und Religionsgemeinschaften stehen vor der gemeinsamen Aufgabe, sowohl das Verständnis für die Werte der Schweiz wie auch das Vertrauen zwischen den Kulturen und Religionen zu fördern. Bundesrätin Widmer-Schlumpf erinnerte daran, dass der Bund den bilateralen Dialog mit den islamischen Organisationen fortführen und erweitern will. (http://www.councilofreligions.ch/).