Der Zwang fängt erst mit der Jobsuche an

Leyla und Benan suchen seit Jahren eine Lehrstelle. Doch weil sie Musliminnen sind und Kopftuch tragen, will kein Arbeitgeber sie anstellen.

Leyla* hat alles richtig gemacht: Sie hat die Kaufmännische Vorbereitungsschule KVS mit einem Notendurchschnitt von 5,5 abgeschlossen. Auch den Multicheck hat sie gemacht. Dieser Test analysiert, ob eine Jugendliche die Voraussetzungen für einen bestimmten Beruf mitbringt. Das Resultat: Leyla ist für den Beruf einer Kaufmännischen Angestellten überdurchschnittlich geeignet.

Daraufhin hat Leyla eine Bewerbung geschrieben und noch eine – und  dabei, wie man das soll, Bezug auf die jeweilige Firmenphilosophie genommen. Dennoch erhielt Leyla Absage um Absage. Sie suchte nach Gründen und kam zum Schluss: «Es muss am Kopftuch liegen.» Leyla ist Muslimin. Sie ist in der Türkei geboren und kam mit zwölf Jahren in die Schweiz.

Wir sitzen im Innenhof des Lernhaus CO13 im Kleinbasel. Das CO13 ist ein Bildungsprogramm, das junge Erwachsene dabei unterstützt, einen Schulabschluss zu erreichen oder eine Lehrstelle zu finden. Leyla hat sich hier im Oktober 2016 angemeldet, nachdem sie ein Jahr lang vergeblich Bewerbungen geschrieben hatte. Jetzt, neun Monate später, ist Leyla immer noch hier. Ihr dunkles Haar hat sie mit einem weissen Kopftuch bedeckt, ihre Arme sind unter langen Ärmeln verborgen. Leylas Deutsch ist fliessend. Sie sagt: «Alle sagen mir ab.»

Türkinnen mit Kopftuch werden dreimal seltener zum Vorstellungsgespräch eingeladen als Türkinnen ohne Kopftuch.

Dieselbe Erfahrung macht Benan*. Die 24-jährige Türkin ist in der Schweiz aufgewachsen. Sie möchte Kinderbetreuerin werden und sucht bereits seit dem Jahr 2012 eine Lehrstelle. Auch sie bekommt Hilfe von CO13 und hat gute Zeugnisse. «Aber alle sagen mir ab.»

Das ist unüblich. Nach einem halben Jahr hätten die Teilnehmer des Lernprogramms normalerweise eine Lehrstelle, erklärt Ines Birkenhagen von CO13. Insbesondere mit Qualifikationen, wie sie Leyla und Benan mitbringen. Die beiden sind die ersten Frauen mit Kopftuch, die von CO13 betreut werden – eine Herausforderung für das Lernprogramm. Auch Männer und Frauen mit einem «-ic» im Namen haben es schwer. «Aber so etwas wie bei Leyla und Benan habe ich noch nie erlebt», sagt Birkenhagen.

Die deutsche Ökonomin Doris Weichselbauer hat zum Thema Diskriminierung im Arbeitsmarkt geforscht. Mittels Experiment fand sie heraus: Türkinnen mit Kopftuch werden dreimal seltener zum Vorstellungsgespräch eingeladen als Türkinnen ohne Kopftuch – und zwar mit der genau gleichen Bewerbung. Frauen mit deutschem Namen werden – bei genau gleichen Unterlagen – viereinhalbmal häufiger eingeladen. Weichselbauer kritisiert: «Der Westen diskutiert heiss darüber, ob muslimische Frauen in ihrer Kultur diskriminiert werden. Aber niemand redet darüber, wie muslimische Frauen in der westlichen Kultur behandelt werden.»

Rechtlich nicht zulässig

Leyla wollte Gewissheit. Sie rief bei den Firmen an. Die einen antworteten ausweichend, riefen nicht zurück oder legten einfach auf. Aber es gab auch solche, die Leyla Antworten gaben: darunter eine internationale Grossbank mit Sitz in Zürich, ein Ausbildungsprogramm von Basler Kleinunternehmen, eine Basler Bank und eine Bekleidungskette für junge Frauen. Sie alle sagten laut Leyla: «Es liegt am Kopftuch.»

Rechtlich ist das nicht zulässig. Zwar erklärte das Bundesgericht im Fall einer Genfer Lehrerin ein Kopftuchverbot für rechtens. Doch die Schule ist öffentlich und untersteht dem Zivilrecht. Leyla aber hatte sich bei privaten Betrieben beworben, diese unterstehen dem Privatrecht.

Dort ist ein Verbot nur aus sachlichen Gründen wie zum Beispiel Hygiene oder Sicherheit zulässig, wie Kurt Pärli, Professor für Soziales Privatrecht an der Universität Basel, sagt. «Wird eine Frau wegen des Kopftuches nicht angestellt, obwohl sie fachlich am besten qualifiziert ist und es keine anderen sachlichen Gründe gibt, stellt eine Nichtanstellung eine Verletzung der Persönlichkeitsrechte dar.»

Kommen noch Schweizer Kunden, wenn eine Frau mit Kopftuch hinter der Kasse steht?

Viele Firmen argumentieren mit ihrer Kundschaft. So erklärte die Inhaberin eines kleinen Basler Geschäfts gegenüber Leyla: «Ich weiss nicht, ob die Schweizer noch kommen, wenn eine Frau mit Kopftuch hinter der Kasse steht.» Eine Kita, bei der sich Benan bewarb, hatte dieselbe Befürchtung: «Schweizer Eltern bringen ihre Kinder bestimmt nicht mehr zu uns.»

Ob dieses Argument vor Gericht akzeptiert würde, ist umstritten. «Es hängt davon ab, ob man allfällige Kundenwünsche als sachlichen Grund für ein Kopftuchverbot sieht oder nicht», sagt Rechtsprofessor Pärli. Es müsse zwischen den wirtschaftlichen Interessen der Arbeitgeberin und den Persönlichkeitsinteressen der Arbeitnehmerin abgewogen werden. Sicher ist: «Keine sachlichen Gründe für ein Kopftuchverbot sind persönliche Vorlieben der Arbeitgeberin selbst.»

Auch die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus hat sich mit dem Thema auseinandergesetzt. Für die Präsidentin Martine Brunschwig Graf ist klar: «Man kann das Kopftuch nicht einfach verbieten, weil die Kunden nicht begeistert sind.» Laut Brunschwig Graf gibt es Fälle, in denen Frauen mit Kopftuch diskriminiert werden, allerdings möchte sie nicht generalisieren. «Nicht jede Frau mit Kopftuch hat Probleme, eine Stelle zu finden.» Es gäbe je länger, je mehr Arbeitgeber, die offen seien.

Keine Beweise für Diskriminierung

Doch auch wenn eine Diskriminierung vorliegt, ist es schwierig, sich zu wehren. Leyla und Benan erwogen, juristisch gegen die Firmen vorzugehen, die ihnen wegen des Kopftuchs eine Anstellung verweigerten. Doch ihnen fehlen die Beweise.

Das ist auch der Grund, dass die TagesWoche die meisten Firmen nicht namentlich nennt – es steht Aussage gegen Aussage. Wir haben die Unternehmen, bei denen Leyla und Benan unerwünscht waren, konfrontiert. Die meisten bestritten, dass sie eine Frau nur wegen ihres Kopftuches nicht anstellen würden.

Einzig die Bank Credit Suisse bestätigt, dass sie keine religiösen Tenues bei Mitarbeitenden akzeptiert, die mit Kunden zu tun haben. Das gilt nicht nur für das Kopftuch, sondern auch für andere Kopfbedeckungen. Der Pressesprecher sieht darin keinen Widerspruch zum offiziellen Credo der Credit Suisse, Frauen und Minderheiten zu fördern.

«Die Mitarbeitenden treten während der Arbeitszeiten als Funktionsinhaber und nicht als Privatpersonen auf. Aus diesem Grunde gilt die Regel, dass bei Positionen mit direktem Kundenkontakt eine neutrale, konfessionslose Bekleidung ohne Kopfbedeckung jeglicher Art getragen werden muss.»

Bei Mitarbeiterinnen, die keinen Kontakt zu Kunden haben, gelte diese Regelung nicht.

Befehl von Allah – oder doch nicht?

Benan legte ihr Kopftuch für die Praktikumsstelle in einer Kita ab. Doch sie fühlte sich nicht wohl. «Es ist Teil meines Glaubens, ein Kopftuch zu tragen.» Im Koran gibt es mehrere Textstellen, welche die Verhüllung thematisieren. Gemäss Gläubigen geht sie auf Weisungen des Propheten Mohammed zurück.

Eine der Geschichten geht, salopp erzählt, so: Eine von Mohammeds Frauen wurde auf der Strasse von Männern belästigt. Eines Tages verhüllte sie Körper und Gesicht und wurde auf einmal respektiert und als Mensch behandelt. Da schickte Allah Mohammed die Nachricht, alle seine Frauen sollten sich verhüllen, um sich zu schützen und nicht als sexuelle Objekte behandelt, sondern als Personen respektiert zu werden.

Das entspricht allerdings keinem expliziten Befehl, und Korangelehrte sind sich nicht einig, wie der Vers auszulegen ist. Auch Sohail Mirza, Präsident der Basler Muslimkommission, betont: «Keine Frau sollte zum Kopftuch gezwungen werden.» Ob eine Frau sich dazu entscheide, sei eine Sache zwischen ihr und Gott.

Viele Schweizer sehen das Kopftuch als Zeichen der Unterdrückung. Doch Benan fühlt sich unterdrückt, wenn sie das Tuch nicht tragen darf.

Gemäss Bundesamt für Statistik sind fünf Prozent der Schweizer Bevölkerung muslimischen Glaubens, das sind 346’208 Personen ab 15 Jahren. In Basel sind es 13’900 Menschen. Nur ein Bruchteil der Musliminnen trägt Kopftuch. Leyla und Benan betonen: «Wir tun es freiwillig.» Als Mädchen trugen sie ihr Haar offen, irgendwann entschieden sie sich für das Kopftuch. Benans Schwester dagegen trägt ihr Haar auch als Erwachsene noch offen. «Das ist kein Problem, niemand in unserer Familie kritisiert sie deswegen.»

Viele Schweizerinnen und Schweizer gehen vom Gegenteil aus. Sie denken, Musliminnen würden von ihren Vätern, Brüdern oder Ehemännern zum Kopftuch gezwungen. Sie sehen es als Zeichen der Unterdrückung – und beschimpfen Benan und Leyla auf der Strasse oder im Tram. «Dabei unterdrücken Schweizer uns, wenn sie uns sagen, dass wir das Kopftuch nicht tragen dürfen», sagt Benan. Sie kann die Vorurteile nicht verstehen: «Das Kopftuch schadet mir weder körperlich noch seelisch.»

Die Vorurteile dagegen schon: Sie verhindern, dass Leyla und Benan eine Lehrstelle finden. Sie müssen deshalb von der Sozialhilfe leben. «Das ist doch paradox», sagt Leyla. Viele Schweizer werfen Migranten vor, sie würden vom Sozialstaat profitieren und sich zu wenig integrieren. «Aber wenn wir uns integrieren wollen, legen sie uns Steine in den Weg.»

Kopftuch gleich Terroristin

Woher kommen die Vorurteile? Andreas Tunger hat Antworten. Er ist Christ, Religionswissenschaftler und forscht an der Universität Luzern über islamische Kulturen in Westeuropa. Tunger sieht mehrere Gründe dafür, dass die Bevölkerung beim Thema «Kopftuch» rot sieht.

Erstens: «Viele verstehen die Gründe der Kopftuchträgerinnen nicht und haben auch keine Lust, sich damit auseinanderzusetzen.» Da ist es einfacher, das vielschichtige Phänomen «aus Prinzip» abzulehnen.

Zweitens: Es gibt die Ansicht, Kopftuch und Extremismus gehörten irgendwie zusammen. Das hat auch die TagesWoche-Recherche gezeigt. Eine Kleinunternehmerin sagte am Telefon: «Ich würde nie eine Frau mit Kopftuch einstellen. Die meisten Kopftuchträgerinnen sind Terroristinnen, das weiss man ja.» Für diesen Zusammenhang gibt es keinerlei Belege und er ist absurd: Wäre jede Frau mit Kopftuch eine Terroristin, hätten wir in Basel schon einige Bombenanschläge erlebt.

Menschen beanspruchen Macht und nehmen dafür ein religiöses Symbol, um ihre Botschaft zu transportieren.

Tunger macht die Medien für die Vorurteile mitverantwortlich. «Die Medienlogik bevorzugt negative Themen wie Terrorismus oder Missstände. Wenn dann der Islam eine Rolle spielt, greifen die Redaktionen allzu rasch zum Foto einer verschleierten Frau, egal ob es sachlich passt oder nicht. Kein Wunder, dass die Leserinnen und Leser Schleier und Bomben zusammendenken.»

Andererseits gibt es laut Tunger tatsächlich genügend muslimische Wortführer, die den Islam, und besonders gerne das Kopftuch, für politische Zwecke instrumentalisieren. «Viele Islamisten propagieren ein traditionalistisches Frauenbild, dem selbst unpolitische konservative Gläubige aktiv nichts entgegensetzen.»

Es  gibt aber auch muslimische Frauenrechtlerinnen, die argumentieren, das Kopftuch sei ein Symbol der weiblichen Befreiung. Es ist eine Frage der Politik: Menschen beanspruchen Macht und nehmen dafür ein religiöses Symbol, um ihre Botschaft zu transportieren.

Mal verboten, mal vorgeschrieben

Dass es beim Kopftuch oft mehr um Macht als um Religion geht, zeigt beispielsweise der Iran. Seit den 1920er-Jahren kämpfen dort verschiedene politische Strömungen um die Macht. Je nachdem, wer das Land regierte, wurde das Kopftuch abwechselnd verboten oder vorgeschrieben. 

Als Micheline Calmy-Rey 2008 als Aussenministerin den Iran besuchte, trug sie beim Treffen mit Präsident Ahmadinejad ein Kopftuch, was eine lange Mediendebatte nach sich zog. Calmy-Rey stellte sich dabei auf den Standpunkt, nur weil sie ein Kopftuch trage, werde sie noch lange nicht zur unterdrückten Frau.

Schweizer Politiker benutzen die verschleierte Frau als Symbol für ihre Politik. So machte die SVP mit dem Bild einer verhüllten Muslimin Stimmung gegen die erleichterte Einbürgerung von Personen der dritten Ausländergeneration.

Unter alldem leiden die Frauen. Je nach politischer Botschaft diejenigen, die ein Kopftuch tragen wollen, einmal diejenigen, die keines tragen wollen. Häufig geht es aber beim Kopftuchstreit tatsächlich um die Religion. So sagt Wissenschaftler Tunger: «Hinter den Vorurteilen steckt oft die persönliche Unsicherheit in Sachen Religion.» Die Kirche verliert in der Schweiz an Bedeutung. Vielen Menschen sind die klaren religiösen Verhältnisse ihrer Kindheit abhanden gekommen. Das Kopftuch oder auch das muslimische Ritualgebet symbolisiert für sie diese vermeintliche Klarheit. Doch statt dies anzuerkennen, lehnen sie ab, wonach sie sich womöglich sehnen. Sie verwandeln das Unbehagen gegenüber religiösen Situationen in Ablehnung des «fremden» Glaubens.

Dabei hat das Kopftuch auch in der Schweiz Tradition. Bis vor hundert Jahren bedeckten Christinnen hierzulande ihr Haar. Nonnen in gewissen Orden tragen noch heute Schleier oder Haube, ebenso wie einige Frauen bei der Hochzeit oder beim Kirchenbesuch auf dem Land. Eine Christin galt lange nur als ehrbar, wenn sie ihren Kopf bedeckte, wie Hilke Jabbarian in ihrem Buch «Der Schleier in der Religions- und Kulturgeschichte» schreibt.

Paulus schrieb an die Korinther: «Jede Frau, die mit unverhülltem Haupt betet, schändet ihr Haupt.»

Als wichtigste Bibelstelle gilt der Korintherbrief des Apostels Paulus, er soll ihn um 55 nach Christus geschrieben haben. Junge Frauen hatten sich der Tradition widersetzt und ihr Kopftuch abgelegt, worauf Paulus sie ermahnte. Sein Argument: Die Frau ist dem Mann Untertan.

«Jede Frau, die mit unverhülltem Haupt betet […], schändet ihr Haupt. […] Denn ein Mann braucht sich zwar nicht das Haupt zu verhüllen, weil er ein Bild und Abglanz Gottes ist; die Frau aber ist ein Abglanz [des] Mannes. Denn nicht stammt [der] Mann aus [der] Frau, sondern [die] Frau aus [dem] Mann. Denn [der] Mann wurde auch nicht um der Frau willen geschaffen, sondern [die] Frau um des Mannes willen. Daher soll die Frau eine Macht auf dem Haupt haben […].»

Mit Kopftuch zum Papst

Christen streiten sich, wie das zu verstehen sei. Es gibt heute noch Frauen, die ihr Haar bedecken, wenn sie eine Audienz beim Papst im Vatikan haben – so wie zuletzt Melania und Ivanka Trump. Das bedeutet nicht, dass alle Christinnen unterdrückt werden. Es kommt immer darauf an, wie man den Glauben interpretiert. Und eben: Wie man das macht, ist in der Schweiz je länger, je mehr Privatsache.

Ist es unanständig, eine Muslimin zu fragen, warum sie das Kopftuch nicht einfach ablegt?

Und gerade das macht es so schwierig, über den Glauben zu reden. Das geht auch mir so, wie ich bei dieser Recherche merkte. Wenn ich mit Musliminnen sprach, fürchtete ich manchmal, zu weit zu gehen. Also fragte ich: Ist es unanständig, eine Muslimin zu fragen, warum sie das Kopftuch nicht einfach ablegt? «Nein, ist es nicht», fanden die Frauen. Und erklärten mir ihren Glauben.

«Man weiss nie, wie die Leute reagieren»

Der direkte Kontakt ist oft der beste: Was man kennt, fürchtet man weniger. Das zeigt auch das Beispiel eines kleinen Basler Betriebs. Eine der Mitarbeitenden dort trägt seit einiger Zeit ein Kopftuch. Die Chefin war am Anfang skeptisch, «wegen der Schweizer Kunden und auch wegen des Terrorismus». Dennoch gab sie ihrer Angestellten grünes Licht: «Ich kenne sie ja, und weiss, dass sie ein guter Mensch und eine gute Mitarbeiterin ist.»

Die TagesWoche hat den Betrieb besucht und wollte die ganze Geschichte erzählen. Doch kurz vor Veröffentlichung machte die Muslimin einen Rückzieher. Sie fühle sich unwohl, in der Öffentlichkeit zu stehen. Sie werde jetzt schon wegen ihres Kopftuchs beschimpft. «Man weiss nie, wie die Leute reagieren.»

Junge Musliminnen, das zeigt diese Recherche, überlegen sich meistens lange, ob sie das Kopftuch tragen wollen – gerade wegen der absehbaren Nachteile.

Für Benan und Leyla geht die Suche nach einer Lehrstelle weiter. Immerhin, es gibt klitzekleine gute Neuigkeiten. Leyla hat ein Praktikum in einer Schule gefunden, Benan hilft vorübergehend in einer Kita aus. Nebenbei schreiben sie weiterhin Bewerbungen. Und versuchen, alles richtig zu machen. Damit irgendwann ein Arbeitgeber die Qualitäten unter dem Kopftuch erkennt.

* Namen geändert

Artikel inkl. Bild wurden aus der TagesWoche übernommen. Weitere Artikel zum Thema finden Sie hier.