Waadtländer Muslime sagen Nein zur «No Billag»

„Die Waadtländer Vereinigung der Muslime (UVAM) sagt Nein zu «No Billag». Mit einer Annahme der Volksinitiative, über die am 4. März abgestimmt wird, bangen die Muslime um den sozialen Zusammenhalt und religiösen Frieden in der Schweiz.“

„Beratung im Gang

Im Gegensatz zu den Waadtländern nehmen andere Schweizer Muslime vorerst keine Stellung zur «No Billag»-Initiative. Bei der Föderation islamischer Dachorganisationen Schweiz (Fids) sind aber Beratungen im Gange, ob und welche Meinung zum Thema an die Öffentlichkeit getragen werden soll, wie es auf Anfrage von kath.ch hiess.“

Lesen Sie den ganzen Artikel auf kath.ch vom 12. Jan. 2018

Stellungnahme zur Mitteilung des Bundesrates bez. der Burkainitiative

Die FIDS unterstützt die Position des Bundesrates ein allfälliges Burkaverbot nicht in der Verfassung festschreiben zu wollen.

Symbolpolitische Abstimmungen gegen eine religiöse Minderheit für kaum existierende Kleiderpraktiken sind eindeutig nicht zielführend für das friedliche, gesellschaftliche Zusammenleben. Dennoch sollten gewisse Regeln geklärt werden. Es sollte z.B. strafbar sein eine Frau unter die Burka zu zwingen.  Es wäre auch zwingend, dass sich Personen bei Polizei-, Gemeinde- oder Passbelangen eindeutig zu erkennen geben.

Die FIDS befürwortet grundsätzlich die freie Entfaltung jedes Individuums. Die Gleichstellung von Mann und Frau oder von verschiedenen Religionsangehörigen kommt mit einer freien Wahl der Kleidergarderobe einher. In unserer entsprechend liberalen, schweizerischen Gesellschaft sind deshalb Kleidervorschriften in der Verfassung fehl am Platz. Es hat etliche Jahrzehnte gebraucht bis sich die  liberale  Gesellschaftsordnung in der Schweiz etabliert hat, daher wären verfassungsmässige Kleiderverbote ein grosser Schritt rückwärts.

Die sogenannte Burkainitiative stellt die Frauen weder gleich in ihrem freien Willen zur Kleiderwahl, noch beschützt sie solche Frauen die davon betroffen wären. Vermeintlich zu schützende Frauen würden so nur weiter von der Gesellschaft isoliert. Der von den Initianten vorgebrachte Schutz der betroffenen Frauen scheint uns eher ein Scheinargument zu sein. Einerseits haben sich die Initianten kaum sonst je für die Rechte der Frauen eingesetzt. Andererseits sind Frauen mit Gesichtsschleier Opfer einer Selbstisolation und in einigen Fällen allenfalls einer Nötigung. In beiden Fällen scheint es uns äussert unpassend diese Frauen noch zusätzlich zu strafen.

Mit dieser Initiative wird eine äusserst seltene Kleiderpraxis zu einer  nationalen, von starken Polemiken begleiteten Debatte aufgebauscht. Das stärkste Instrument für die von der Initiative angeführte Integration ist jedoch immer noch der verständnisvolle Dialog untereinander ohne unverhältnismässige Verbote in der Verfassung. Die FIDS steht für eine aktive Integration ein, bei der sich jeder Teilnehmer der Gesellschaft für ein friedliches Zusammenleben einsetzt.

Die FIDS ist besorgt darüber, dass die Burkainitiative leider missbraucht werden kann um unterschiedlichste Themenbereiche zu vermischen. Die Konsequenz dieser emotionalen Debatte ist, dass Muslime als Religionsgruppe stigmatisiert und an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden können. Aus all diesen Gründen stellt sich die FIDS gegen ein verfassungsmässiges Burkaverbot,  obwohl das Tragen der Burka keine religiöse Anforderung ist und von der FIDS nicht befürwortet wird. Etwaige neu aufkommende Gegenvorschläge werden durch die FIDS weiterhin beobachtet.

Wir sollten uns gemeinsam auf Schweizer Werte und staatsrechtliche Prinzipien berufen, keinen Zwang in religiösen Belangen, weder dafür, noch dagegen.

FIDS Media

Prise de position initiative burqa en français

 

Stellungnahme zur angestrebten Volksinitiative “Kopfbedeckungsverbot an Walliser Schulen“

Die FIDS beobachtet den Vorstoss der kantonalen SVP von dieser Woche mit Interesse und Verwunderung. Gemäss Sandro Fuchs richtet sich das Verbot in erster Linie gegen muslimische Mädchen.

Eine solche Initiative greift zweifellos in die staatlich garantierte Religionsfreiheit ein. Es obliegt nicht Vertretern von politischen Parteien zu bestimmen, was in welcher Religion Pflicht und was nur wünschenswert sei. Der aktuelle Hype um das sogenannte Burkaverbot darf nicht dazu missbraucht werden, das Tragen des einfachen Kopftuches gleich auch noch mit zu verbieten.

Wir schätzen die besonnene Antwort der Regierung und aller anderen politischen Parteien, die diesen Vorschlag für unzulässig erklärt haben. Neue und inexistente Probleme heraufzubeschwören mögen zwar dem politischen Stimmenfang dienen, doch ethisch vertreten lässt sich diese Art von Politik niemals. Deshalb unterstützen wir die vernünftige Herangehensweise aller anderen Parteien um den religiösen Frieden in der Gesellschaft nicht weiter zu torpedieren.

FIDS Media

Islamwissenschaftler suchen den Dialog mit Journalisten

Schweizer Islamwissenschaftler sind besorgt, dass eine von Ängsten geprägte und tendenziell ­polarisierende öffentliche Debatte über den Islam auch auf die mediale Berichterstattung zurückzuführen ist. Sie gehen deshalb aktiv auf Journalisten zu, um gemeinsam nach Lösungen für eine faktenbasierte ­Öffentlichkeit zu suchen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Medien berichten meist über die zweitgrösste Religion der Welt – den Islam – in einem negativen Kontext und orientieren sich an Stereotypen.
  • Journalisten verlieren sich oft in Details und vernachlässigen die komplexen Zusammenhänge.
  • Am 23. November 2017 diskutieren an einer Tagung der SRG Zürich Schaffhausen Schweizer Islamwissenschaftler und Journalisten Lösungsansätze. SRG-Mitglieder sind herzlich eingeladen.

Weiterlesen

In Liechtenstein zwei Gemeinden – keine Moschee

Die Regierung hat die erste Studie über den Islam im Fürstentum Liechtenstein veröffentlicht. Muslime müssten sich zu oft für Radikalisierung und Terrorismus rechtfertigen, sagt der Gesellschaftsminister.

 

Terroranschläge im Namen des Islams hätten diese Religion in Verruf gebracht, sagte der Liechtensteiner Gesellschaftsminister Mauro Pedrazzini bei der Vorstellung der Studie. Die Muslime würden darunter leiden, dass sie in der westlichen Welt zu Rechtfertigungen und zu Distanzierungen aufgefordert würden. Auf der anderen Seite aber hätten sich auch Muslime im Westen radikalisiert, Terroraktionen durchgeführt und sich als Dschihad-Kämpfer in den Nahen Osten begeben. Vor diesem Hintergrund hat die Regierung beim Liechtenstein-Institut eine Studie in Auftrag gegeben. Ziel ist, einen Überblick über die Situation der Muslime in Liechtenstein zu geben und gleichzeitig ein besseres Verständnis für die muslimischen Gruppen zu gewinnen. Immerhin zählen knapp 6 Prozent der liechtensteinischen Bevölkerung zum Islam, wovon etwa ein Viertel die Staatsbürgerschaft Liechtensteins besitzt.

Im Unterschied zur Gesamtbevölkerung ist der Anteil der jüngeren Generation höher: Fast ein Viertel der Muslime sind unter 15 Jahre alt und auch in der Altersklasse bis 29 Jahre sind die Angehörigen des Islams vergleichsweise übervertreten. Weiterlesen

36 Prozent fühlen sich von «Anderen» gestört – die Schweizer Intoleranz in 7 Grafiken

In der Schweiz leben Menschen mit unterschiedlichem kulturellen, sprachlichen und religiösen Hintergrund zusammen. So sind in der Schweiz beispielsweise mehr als zehn verschiedene Religionsgemeinschaften und über 190 Nationalitäten vertreten.
Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat nun erstmals untersucht, wie das Zusammenleben in der Schweiz funktioniert. Die wichtigsten Zahlen.

Den ganzen Artikel dazu und die Grafiken sehen Sie hier.