La Planification Stratégique Personnelle

La Fédération des Organisations Islamiques de Suisse ( FOIS ) organise sa 2éme session de formation sous le thème:

La  Planification Stratégique  Personnelle.

Animé par :  Me Kamel Attache ( Avocat )

Lieu  de la formation :  CCML Lausanne ( av. de la confrérie 11,  CH-1008 Prilly)

Date : Samedi et dimanche 26/27 avril 2014 . Heure : 14h à 20h Inscription obligatoire:

Merci de confirmer votre participation le plus tôt possible de préférence avant le début des vacances de pâques, dès réception de votre inscription via email ou téléphone, vous recevrez le  Manuel pratique de La Planification Stratégique Personnelle  de 64 pages en arabe ou en Français. Pour plus détails sur la session et le contact pour inscription, merci de trouver en bas l’affiche en arabe et français.   Dawra 2- FIDS  ( ccml 26-27 avril -2014)

St.Gallen – Moslems erhalten eigene Grabfelder

Jetzt können Moslems auch in St. Gallen ihren Vorstellungen gemäss begraben werden, so wie es dem Wunsch der Dachorganisation islamischer Gemeinden der Ostschweiz und des Fürstentums Liechtenstein (Digo) entspricht. Das Gutheissen des Nachtrags zum Friedhofreglement durch das Stadtparlament hatte vor allem mit der Kompromissbereitschaft der Digo zu tun. Christian Neff (SVP) etwa betonte das grosse Entgegenkommen der Digo, sie habe teilweise auf eigene Sitten verzichtet und sich den hiesigen Bestattungsriten angepasst. Der Antrag wurde ohne Gegenstimme und Enthaltung angenommen. (rsp) – Tagblatt Online

Ein Staat kann nicht ohne Religion leben

Hisham Maizar ist Schweizer Arzt palaestinensischer Herkunft und Praesident der Foederation Islamischer Dachorganisationen in der Schweiz

Heute vor vier Jahren beschloss das Stimmvolk, ein Verbot von Minaretten in die Verfassung zu schreiben. An vorderster Front gegen die Minarettinitiative gekämpft hat Hisham Maizar.

Ab 2014 übernimmt er nun den Vorsitz im Schweizerischen Rat der Religionen.  Dieses Gremium, dem die FIDS Föderation Islamischer Dachorganisationen der Schweiz, die christlichen Landeskirchen, der Schweizerisch-Israelitische Gemeindebund sowie die Koordination Islamischer Organisationen angehören, widmet sich dem interreligiösen Dialog. «Die Nordwestschweiz» traf Maizar in St. Gallen.

Herr Maizar, wenn man in der Schweiz über den Islam spricht, dann meistens über Islamismus, die faschistoide Interpretation des Islam. Nervt Sie das? Hisham Maizar: Zum Teil. Denn der Begriff Islamismus ist ein Phänomen, das unterschiedlich aufgefasst wird. Islamismus ist nicht gleich Terrorismus. Trotzdem wird er von manchen Muslimgruppen für ihre extremistischen Positionen missbraucht, die nicht mit einem Islam der Mitte einhergehen.

Was ist der Islam der Mitte?
Das ist eigentlich der Kern des Islam und meint die Absage an extreme Meinungen, ob religiöse oder politische. Ich stehe in der neutralisierenden Mitte. Ich versuche deutlich zu sagen, der Islam ist nicht dafür herabgesandt worden, damit diese extremen Kräfte das Feld besetzen.

Aber nach Ihrer Niederlage bei der Minarettabstimmung verschwanden Sie von der nationalen Bühne und haben den extremen religiösen und politischen Akteuren das Feld überlassen. Hat Sie diese Niederlage zu sehr getroffen?
Die Abstimmung hat mir sicherlich keine Freude bereitet. Es ziemt sich nicht für die Schweiz, so ein Verbot in die Verfassung zu schreiben. Es ist diskriminierend, während doch die Schweiz für Neutralität und Besonnenheit steht. Aber die Analysen haben gezeigt, dass nicht die Muslime der Grund für das Ja waren, sondern die Angst vor dem Islamismus.

Nochmals: Das Bild des Islam in der Schweiz prägen extreme Akteure aus Religion und Politik. Haben Sie, als Präsident der Fids nach der Niederlage nicht einfach das Feld den Radikalen überlassen?
Dem ist nicht so. Wir, die Mainstream-Vertreter des Islam, akzeptieren den Volksentscheid. Ich bin überzeugt, dass ein grosser Teil der Schweizer die Initiative falsch verstanden hat und nicht gegen Minarette ist. Zudem wurde von rechts Angst vor dem Islam geschürt. Aber die Leute kennen den Islam nicht. Es ist unsere Aufgabe, sie aufzuklären. Wir öffnen uns zunehmend und gestalten etwa Tage der offenen Moscheen.

Sie vertreten doch nicht den Mainstream. Die meisten Muslime sind säkular – Religion spielt für sie kaum eine Rolle. Ich rede nicht im Namen aller Muslime. Wenn ich von Mainstream spreche, dann meine ich die moderaten Muslime, die die Religion und das Leben hier für vereinbar halten.

Sie wollen, dass Teile der religiösen Rechtsprechung auch hier gelten – nicht nur für den Islam. Sie befeuern damit aber Ängste vor der Scharia. Müssten Sie sich nicht deutlicher von radikalen Muslimen abgrenzen?
Wir haben uns deutlich distanziert von extremen Gruppierungen wie dem Islamischen Zentralrat, der zum Teil aus ehemaligen Linksradikalen besteht, die zum Islam konvertiert sind und sich bereits als Gelehrte bezeichnen. Man muss sich fragen, weshalb sie entstanden sind.

Und warum?
Es kann sein, dass sie in anderen Verbänden keine Heimat gefunden haben. Vielleicht haben sie aber auch gedacht, dass sie die einzig wahre Interpretation des Islam haben. Wir wollen die Leute des Zentralrats aber nicht daran hindern, ihren Weg zu gehen. Im Gegenteil. Bis zum heutigen Tag sagen wir, dass sie im Sammelbecken Fids einen Platz haben, wenn sie auf ihren absoluten Wahrheitsanspruch verzichten. Wir würden ihre Meinungen gerne diskutieren, aber nicht, wenn sie auf uns herabschauen.

Ist die Föderation Islamischer Dachorganisationen derart erpicht, als Dachverband aufzutreten, dass man auch für Islamisten offen ist?
Wir sind nicht nur ein Dachverband, sondern auch ein Sammelbecken. Wir sind eine Diskussions-Plattform für alle Muslim-Vereine, auch für Splittergruppierungen. Als Fids-Präsident muss ich darum gegen aussen differenziert auftreten, um alle Strömungen unter ein Dach zu bekommen.

2014 werden Sie für drei Jahre Vorsitzender des Rats der Religionen. Da müssen Sie zusätzlich die Interessen der Christen und Juden vertreten. Was ist Ihr Ziel mit dem Rat für die kommenden drei Jahre?
In den bisherigen sechs Jahren, seit der Rat besteht, haben wir versucht, gegenseitiges Vertrauen zwischen den abrahamitischen Religionen aufzubauen. Dieses Vertrauen gilt es nun zu festigen. Wir sind ein Konsensgremium. Ich entscheide also nicht alleine.

Welche Themen kommen denn auf den Rat der Religionen zu?
Wir besprechen Themen in der Schweiz wie die Frage, wie viel Religion verträgt der Staat.

Bei der Entstehung eines Gesetzes fragen die Behörden die Religionen nach ihrer Einschätzung. Ist diese bisherige staatspolitische Rolle der Religionen für Sie ausreichend, oder sollen die Religionen mehr Macht erhalten?
Es ist unser Ziel, uns stärker in den demokratischen Prozess einzubinden. Bis jetzt war es ein ständiges Abwägen, ob es sinnvoll ist, sich einzumischen oder nicht. Es hat sieben Jahre gedauert, bis wir uns gefunden haben und der Staat uns als verlässlichen Ansprechpartner betrachtet hat. Man wird künftig mehr von uns hören.

Fordert nun der Rat mehr Gläubige im Parlament oder will er selber für sich einen Führungsanspruch in Fragen der Moral beanspruchen?
Das Wertesystem der Religionen ist sehr alt und hat sich bis heute bewährt. Der Rat ist wichtig, um über moralische Fragen in der heutigen Zeit nachzudenken.

Aber wir leben in einem säkularen Staat.
Die Religion ist die Lieferantin und Garantin der Werte, die in einer Gesellschaft etabliert sind und sie tragen. Nehmen sie beispielsweise eine Tugend wie die Solidarität.

Dafür kann man aber auch Marxist sein.
Aber der Staat allein kann die Werte nicht garantieren. Initiativen von weit links oder rechts können die Demokratie ins Wanken bringen. Nur die Religion kann die bestehenden Werte garantieren. Darum kann ein liberaler, demokratischer Staat nicht ohne Religion leben.

Wann glauben Sie, wird das Minarettverbot wieder aus der Verfassung verschwinden?
Die Abstimmung über das Minarettverbot hat uns Muslimen die Augen geöffnet. Wir müssen zuerst die Grundlagen und Voraussetzungen für Akzeptanz bei den Bürgern schaffen. Das geht durch Überzeugungsarbeit und Vertrauen und nicht mit weissen Gewändern und Bärten allein. (Quelle,Die Nordwestschweiz)

St. Gallen – In Richtung Mekka ruhen

Moslem GraeberEin Moslem-Grab inmitten christlicher Gräber. Künftig sollen sich Moslem in eigenen Grabfeldern Richtung Mekka bestatten lassen können.
Was die islamische Gemeinschaft St. Gallens seit langem fordert, dürfte bald Wirklichkeit werden: Grabfelder für Moslems. Der Stadtrat will dem Parlament eine Vorlage unterbreiten.

Etwas mehr als ein Jahr ist es her, seit der Kanton die gesetzlichen Grundlagen für separate Moslem-Grabfelder auf christlichen Friedhöfen geschaffen hat. In St. Gallen hatte man solche schon seit längerem ins Auge gefasst. Nun werden die Pläne konkret. Der Stadtrat will im Herbst eine Vorlage ausarbeiten. Das letzte Wort über die Totenruhe der Moslems hat dann das Stadtparlament.

Die Details abwarten

Den Stein ins Rollen gebracht hat die islamische Gemeinschaft. In einem Antrag an den Stadtrat forderte sie im vergangenen Sommer die Schaffung von Moslem-Grabfeldern auf dem Friedhof Feldli – ein Plan, welcher in St. Gallen seit längerem diskutiert wird. Der Stadtrat hat stets betont, der Idee positiv gegenüberzustehen, doch vor der kantonalen Gesetzesrevision waren ihm die Hände gebunden.

Der Nachtrag zum kantonalen Friedhofsgesetz ist am 1. Januar 2013 in Kraft getreten. Die Vollzugsordnung, welche das Gesetz im Detail regelt, ist noch in Revision, soll aber laut dem Rechtsdienst des Kantons demnächst von der Regierung verabschiedet werden. «Wir haben der islamischen Gemeinde mitgeteilt, dass wir abwarten wollen, bis die Vollzugsordnung in Kraft tritt», sagt Hans Martin Schibli, städtischer Direktionssekretär Inneres und Finanzen.

Unterstützung auch von rechts

Dann erst will der Stadtrat eine Vorlage zu einer Revision des städtischen Friedhofreglements ausarbeiten, die er voraussichtlich im ersten Quartal 2014 dem Stadtparlament vorlegen wird. Stimmt dieses zu, steht den Moslem-Grabfeldern nichts mehr im Wege.

Der Stadtrat hätte auch selbst über die Grabfelder befinden können. Dass er sich ans Parlament wendet, liegt laut Schibli an der grossen politischen Tragweite des Themas. Dass die Grabfelder im Stadtparlament wenig umstritten sind, dürfte ihm diesen Schritt erleichtert haben. Selbst die SVP-Fraktion signalisierte nämlich bereits Wohlwollen, «wenn die Grabfelder nicht völlig quer auf dem Friedhof liegen».

Der Weg zum politischen Konsens war steinig. Es habe in den letzten Jahren viel Überzeugungsarbeit und Geduld gebraucht, sagt Hisham Maizar, Präsident des Dachverbandes der islamischen Gemeinden der Ostschweiz und des Fürstentums Liechtenstein sowie neuer Vorsitzender des Schweizerischen Rates für Religionen.

Keine ewige Grabesruhe

Als «unnötig», «arrogant» und «rassistisch» war das Anliegen der Moslems beim ersten Versuch einer kantonalen Gesetzesrevision abgetan worden. Es wurden Sonderrechte für die Moslems befürchtet: Die städtische SVP bezeichnete die moslemischen Bestattungstraditionen in einer Interpellation an den Stadtrat als «unvereinbar mit unseren Wertvorstellungen und Vorschriften».

Beruhigt hat die Gemüter die Versicherung der islamischen Gemeinschaft und der Kantonsregierung, weder die ewige Grabesruhe noch die Bestattung in reiner Erde – also ohne Sarg – zu fordern, beziehungsweise zu bewilligen.

Mit der Lösung, die sich nun in St. Gallen abzeichnet, ist Hisham Maizar «sehr glücklich: Die Grabfelder sind durch ein kleines Strässchen vom Rest des Friedhofs abgetrennt. Dieser ist ruhig und emissionsarm.»

198 nach Mekka ausgerichtete Grabstätten will die Stadt auf dem nördlichen Teil des Friedhofs Feldli in einem ersten Schritt zur Verfügung stellen. Längerfristig sind laut Christoph Bücheler, Leiter des städtischen Gartenbauamtes, 450 moslemische Grabstätten geplant.

Integration über den Tod hinaus

Es sei Zeit für diesen Schritt, betont Maizar und verweist darauf, dass St. Gallen «einer der letzten Kantone ist, der sich mit der Thematik befasst». Ohne moslemische Grabfelder sähen viele Migranten nur die Alternative, sich in ihrem Herkunftsland begraben zu lassen. Die zweite und dritte Migrantengeneration aber wolle sich meist über den Tod hinaus in der Schweiz integrieren. «Weil ein Grossteil ihrer Angehörigen hier lebt.» (Quelle St. Galler Tagblatt)

Siehe Beitrag von TVO:
Beitrag TVO

Zur Wahl von Dr. Hisham Maizar zum Präsidenten des Schweizer Rates der Religionen

Mit einer ausserordentlichen Freude durften wir Kenntnis davon nehmen,dass unser FIDS-Präsident Dr. Hisham Maizar zum neuen Vorsitzenden des Schweizerischen Rates der Religionen (SCR) gewählt worden ist.

Für die Muslime ist dies eine grosse Ehre und zeigt auf, dass sich die Bemühungen und Anstrengungen des interreligiösen Dialogs
im interkulturellen Kontext hier im Lande sich als erfolgreich erwiesen haben.

Wir gratulieren an dieser Stelle unserem ehrenwerten Dr. Hisham Maizar recht herzlich
und wünschen ihm viel Erfolg in seinem neuen Amt als Präsidenten des Schweizer Rat der Religionen (SCR).

Bundesrichter erlauben Kopftuch an Thurgauer Schule

Einstimmiger Entscheid in Lausanne:
Zwei Mädchen im Kanton Thurgau dürfen mit einer Kopfbedeckung zur Schule gehen. Die Grundsatzfrage über das Kopftuchverbot wurde jedoch offengelassen.

Zwei muslimische Mädchen dürfen in der Thurgauer Gemeinde Bürglen weiterhin mit dem Kopftuch zur Schule. Das Bundesgericht hat die Beschwerde der Gemeinde abgewiesen, die Grundsatzfrage der Zulässigkeit eines Kopftuchverbots für Schulen aber offengelassen. Der Fall eignete sich nicht für ein Grundsatzurteil, weil eine Gemeinde die Beschwerde eingereicht hatte. Darum sei die Beschwerde unter dem Blickwinkel der Gemeindeautonomie beurteilt worden, sagte Rechtsanwalt Daniel Vischer, der die beiden Musliminnen vertritt, im Gespräch mit Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Nach diesem Entscheid seien aber die Chancen eines Kopftuchverbots bestimmt nicht gestiegen.

Der Fall betrifft zwei 17-jährige mazedonische Mädchen, die die Schule im thurgauischen Bürglen besuchen und ein Kopftuch tragen. Die Schulordnung legt fest, dass die Schule zum Ziel «eines vertrauensvollen Umgangs ohne Kopfbedeckung besucht wird».

Aus diesem Grund ist das Tragen von Caps, Kopftüchern oder Sonnenbrillen während der Schulzeit verboten. Im Frühling 2011 stellten die beiden jungen Frauen ein Dispensationsgesuch, das von den zuständigen Behörden abgewiesen wurde.

Einstimmig abgewiesen
Das Thurgauer Verwaltungsgericht hiess die Beschwerde der Betroffenen vor einem Jahr gut. Es war zum Schluss gekommen, dass die Schulgemeinde in unzulässiger Weise in die Glaubens- und Gewissensfreiheit der zwei Schülerinnen eingegriffen habe. Einerseits fehle es an einer ausreichenden gesetzlichen Grundlage, anderseits sei die Massnahme unverhältnismässig.

Das Bundesgericht hat die dagegen erhobene Beschwerde der Gemeinde nun einstimmig abgewiesen. Die grundsätzliche Frage, ob das Tragen des Kopftuchs in Schulen verboten werden darf, blieb dabei unbeantwortet.

Beschwerdeführerin war die Gemeinde. Die Beschwerde wurde unter dem Blickwinkel der Gemeindeautonomie beurteilt. Ein grundsätzliches Kopftuchverbot werde es schwer haben vor Bundesgericht. (wid/sda)

Aufruf der islamischen Nationalverbände FIDS & KIOS zu einem Totengebet (Salat al Ghaib) für alle durch Gewalt gefallenen Menschen in vielerlei Ländern wie Ägypten, Syrien, Libanon, Irak, Afghanistan, Kashmir, Burma, Palästina sowie weltweit

Liebe Schwestern und Brüder im Islam

Assalamualaikum wa rahmatullahi wa barakatuh

Kaum ist der gnadenreiche Monat Ramadan zu Ende gegangen, musste die Welt und besonders die islamische Umma, die bittere Tatsache zu Kenntnis nehmen, dass durch Ungerechtigkeit weltweit unfassbare Gewaltanwendungen gegen unzählig unschuldige Menschen begangen wurden.

FIDS & KIOS rufen deshalb alle islamischen Organisationen in der Schweiz auf, insbesondere die Imame der Moscheen, ein Totengebet für alle Opfer der Gewalt zu verrichten.

Um möglichst vielen Muslimen den Thawab (Lohn von ALLAH) für die Teilnahme daran zu gewähren, soll dieses gemeinsame Gebet am folgenden Datum in allen Moscheen der Schweiz stattfinden:

Totengebet (Salat al Ghaib)
Sonntag den 25. August 2013 nach dem Mittagsgebet (Salat al Douhr)

Wir sind zutiefst betroffen von dieser Unmenschlichkeit und sehr besorgt über die Ereignisse weltweit, insbesondere in unseren Ländern.

Die Hass- und Gewaltspiralen sowie das brutale Blutvergiessen müssen weltweit sofort beendet werden.

Möge ALLAH, der gnädige Erhabene, unsere Bittgebete für den Frieden und gegen Gewalt und Terror, in welcher Art oder Form sie auch vorkommen, annehmen und der Menschheit den richtigen und gerechten Weg weisen.

Dr. Hisham Maizar             Dr. Farhad Afshar          Reha Özkarakaş

FIDS – Präsident               KIOS – Präsident             FIDS – Sekretär

Die Angst vor einem Stück Stoff

FRAUENFELD. Die SVP Thurgau plant einen Vorstoss für ein Kopftuchverbot an Schulen. Für den Präsident der Föderation islamischer Dachverbände Schweiz, Hisham Maizar, ist dieses Ansinnen nicht nur unverhältnismässig, sondern auch diskriminierend.

Herr Maizar, islamische Mädchen und junge Frauen, die in der Schule ein Kopftuch tragen, scheinen im Thurgau eine grosse Gefahr darzustellen.

Hisham Maizar: Es erstaunt mich wahrhaftig, dass man vor einem Quadratmeter Stoff so viel Angst hat, um von einer Gefahr zu sprechen.

Wieso lanciert dann die SVP Thurgau überhaupt einen Vorstoss, der unter anderem das Kopftuch an Schulen verbieten will?

Maizar: Das müssten Sie eigentlich die Vorstosser, die SVP Thurgau fragen. Wahrscheinlich ist den Initianten bewusst geworden, dass nationale Lösungen nicht umsetzbar sind.

Geht es denn wirklich nur um ein Kopftuchverbot? Oder zeigt sich hier auch die Angst vor dem Islam?

Maizar: Meiner Meinung nach geht es der SVP weniger um das Kopftuch, sondern vielmehr darum, Emotionen gegen den Islam zu schüren. Das hatten wir schon bei der Minarett-Initiative. Nun dient das Kopftuch als Aufhänger.

Inwiefern sind im Koran eigentlich Regeln oder Empfehlungen zum Kopftuch zu finden?

Maizar: Das Kopftuch an sich ist im Koran nicht explizit erwähnt, sondern wird nur angedeutet. Dafür sind in den Hadithen, also in den Überlieferungen Mohammeds, Aussagen im Sinne von Empfehlungen zu finden. Da heisst es, dass der Überwurf Gesicht und Hände stets freihalten solle. Insofern stellt ein Kopftuch im Schulunterricht absolut keine Behinderung oder Gefahr dar.

War mit solchen Vorstössen zu rechnen, nachdem das Bundesgericht im Fall Bürglen keinen Grundsatzentscheid fällte?

Maizar: Für uns war es nur eine Frage der Zeit. Das Urteil bezog sich leider nur auf die Schule in Bürglen. Die Föderation islamischer Dachverbände Schweiz aber hätte sich genau einen Grundsatzentscheid gewünscht. Denn betrachtet man die Situation nur fallweise, ist absolut keine Verhältnismässigkeit gegeben.

Ist es der richtige Weg, über ein kantonales Volksschulgesetz ein Verbot erwirken zu wollen?

Maizar: Die Initianten versuchen es auf viele verschiedene Arten mit der Islamophobie. Ein kantonales Schulgesetz ist wohl der einzig mögliche Weg, weil alles andere gegen die Bundesverfassung verstossen würde.

Die SVP Thurgau will mit ihrem Vorstoss ja auf die Kleiderordnung im Allgemeinen abzielen.

Maizar: Das ist nur ein Vorwand, um nicht im Vorhinein schon als islamfeindlich abgestempelt zu werden. Würden auf Initiative der Schulen im Thurgau kantonale Empfehlungen zu den Kleidern ein Thema werden, könnte ich das noch eher nachvollziehen.

Aber der Verband Thurgauer Schulgemeinden spricht sich gegen eine Einheitslösung aus, weil die Schulgemeinden dadurch an Autonomie einbüssen.

Maizar: Der Autonomieverlust kommt hinzu. Im Zentrum steht für mich aber ganz klar die Verhältnismässigkeit, die nicht gegeben ist. Wir sprechen hier vielleicht von einem halben Dutzend Schülerinnen im Thurgau, die im Unterricht aus Gründen ihrer religiösen Überzeugung ein Kopftuch tragen.

Sie betonen stets die Unterscheidung zwischen Kopftuch und Kopfbedeckung.

Maizar: Eine Kleiderordnung ist immer ein Eingriff in die persönliche Freiheit. Wäre die Rede von einem allgemeinen Verbot von Kopfbedeckungen, liesse sich das möglicherweise noch rechtfertigen. Doch im Falle des Kopftuchs würden wenige junge Muslimas in höchstem Masse diskriminiert.

Was bedeuten solche Vorstösse und die Diskussionen rundherum für die islamische Religionsgemeinschaft in der Schweiz?

Maizar: Diese endlosen Diskussionen sind weder der Integration noch dem Demokratiegedanken förderlich. Denn sie werden für die islamischen Gemeinschaften immer mehr zu einer Belastung. (Quelle: St.Galler Tagblatt)